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#MittendrinMittwoch – Summ summ summ

Nachdem ich nun einige #MittendrinMittwoch verpasst habe, hier mal wieder ganz pünktlich!

Während Edmund seinen Genesungsschlaf machte, arbeitete ich bei meinem Bienenstock. Die Sonne schien wieder, hier draußen war ich unbeschwerter. Natürlich war er nicht krank, er war einfach nur erschöpft, Thilda hatte sicher recht. Ein Tag mehr oder weniger spielte keine Rolle, und wenn Edmund sah, was ich vollbracht hatte, würde er bestimmt richtig erwachen.“

Maja Lunde „Die Geschichte der Bienen“, S. 319 (Gebundene Ausgabe, © 2017 by btb in der Verlagsgruppe Random House GmbH)

Ich kann es irgendwie nicht verstehen, warum William das merkwürdige Verhalten seines Sohnes Edmund so schulterzuckend hinnimmt. Er war doch derjenige, der monatelang mit „Wehmut“ (heute würden wir sagen, er hatte eine ausgewachsene Depression) darniederlag und der Familie zur Last wurde, und nebenbei ihre Existenz gefährdete.

Es ist fast so, als hätte sich der Spieß umgedreht, als hätten Vater und Sohn die Rollen getauscht: William ist wie der neugierige und emsige Sohn, der seinem Vater stolz seine Ergebnisse präsentieren, und sich damit seine Aufmerksamkeit und Zuneigung einholen möchte.

Maja Lunde erzählt in drei Geschichten, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die Geschichte der Bienen als wichtigste und mächtigste Arbeitskraft der Blütenbestäuber unserer Zivilisation.

William aus dem 19. Jahrhundert erfindet den neuartigen Bienenstock, George aus der Gegenwart ist Imker und lässt seine Bienen nicht nur zur Honig-Produktion, sondern auch zum Bestäuben der Obst- und Nutzpflanzen fliegen. Tao in der Zukunft kämpft mit den dystopischen Auswirkungen, die die radikale Ausrottung der Bestäuberinsekten in der Welt mit sich führt.

Da die drei Stories immer in kleinen parallel laufenden Kapiteln erzählt wird, wechseln sich die Handlungen ab. Ist die eine ruhiger, so passiert gerade was in der anderen. Ich habe aber das Gefühl, dass jede Geschichte für sich eher unspektakulär ist. Den Reiz des Buches macht tatsächlich diese Form aus.

Ich habe aber ständig das Gefühl nach dem direkten Zusammenhang suchen zu müssen. Klar, der Rahmen sind die Bienen, aber irgendwo müssen doch die drei Geschichten einen Gemeinsamkeit haben? Bei William und George kristallisiert sich es durch den Bienenstock heraus. William hat ihn erfunden, und ich vermute es ist eben dieser, den George seit Generationen für sich baut und dessen Zeichnungen eingerahmt in seinem Haus hängt. Tao passt da noch irgendwie gar nicht hinein.

Oder geht es eigentlich auch um etwas anderes? Alle Drei handeln auch von einer Beziehung zwischen Vater/Mutter und Sohn. Ist es das, außer den Bienen, was sie doch miteinander vereint?


#MittendrinMittwoch ist ein wöchentlicher Beitrag, in dem ich Euch mit ein paar Zeilen, die ich an diesem Tag gelesen habe, mein aktuelles Buch vorstelle.

Und Du?

Welche Zeilen hast Du heute gelesen?


Diese wunderbare Aktion #MittendrinMittwoch hat die liebe Elizzy von readbooksandfallinlove ins Leben gerufen. Danke Elizzy für diese tolle Idee! 

4 Gedanken zu „#MittendrinMittwoch – Summ summ summ“

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