Abbruch: Dunkelglanz - Obsession

Abbruch: Dunkelglanz – Obsession

Mogelpackung: triebgesteuerter Action ohne Obsidian-Zauber – ähm… nö

Jennifer L. Armentrout "Dunkelglanz - Obsession" © 2020 Mira Taschenbuch
Jennifer L. Armentrout „Dunkelglanz – Obsession“ © 2020 Mira Taschenbuch

Was war ich gespannt auf ein spin-off der Obsidian-Saga. Damals habe ich die Bücher echt gern gelesen, und ich fand die Idee sehr interessant, dass Obsidian “erwachsener” werden sollte. Da ich dieses Buch aber bei ca. 80% abgebrochen habe, ist dies nur meine Meinung zu dem, was ich bis zu meinem Abbruch gelesen habe.

Ja, ich gebe es zu, ich glaube ich habe mich schlichtweg vergriffen. Mir ist bewusst, dass Mira Taschenbuch keine jugendfreien Bücher herausbringt, und ich lese ja auch gerne Bücher die mehr expliziten Stellen haben. Es darf gerne mehr prickeln und etwas ausführlicher sein. Aber wichtig ist mir trotzdem, dass das Gesamtpaket stimmt, dass es immer noch eine spannende Story gibt, eine sich entwickelnde Handlung und authentische Konflikte.

Hier suggeriert das Obsidian-ähnliche Cover und der Klappentext eine Auskopplung aus der Obsidianwelt mit mehr prickelnden und heißeren Momenten zwischen den Protagonisten. Ich hatte mich darauf gefreut, wieder in die Welt der Lux und Arum eintauchen zu können, gerne auch in einem erwachsenerem Setting. Was ich bekommen habe war aber einfach nur ein Bumsbuch. Wenn ich ein Buch lesen möchte, in dem es nur um stahlharte Latten und feuchte Höschen geht, dann weiß ich, wo ich das finde und stelle mich auch darauf ein. 

Fangen wir doch mal von vorne an:

Die beiden Protagonisten treffen ziemlich am Anfang schon aufeinander und fallen auch sogleich übereinander her. Dabei ist Hunter der personifizierte schwarze Mann, der bad-boy schlechthin, der mutierte Supermann in Badman-Look. Sauron kann dagegen einpacken und wirkt daneben wie ein Puschelhase. Echt jetzt? Haben wir Leserinnen es wirklich immer  noch nötig sich von diesen überdminesionierten Klischees berieseln zu lassen? Und natürlich ist die Protagonistin ein ihm ausgeliefertes Objekt und ein Opfer ihrer Hormone.

Also, nicht, dass ihr mich falsch versteht. Ich bin eine der Leserinnen, die eigentlich keine Probleme mit dem in letzter Zeit so viel diskutierten bad-boy-good-girl Konflikt hat. Ich kann gut zwischen Träumerei und der realen Welt unterscheiden. Aber hier fühle ich mich gelinde gesagt als Leserin regelrecht veräppelt. Jennifer L. Armentrout prügelt genau diese Thematik mit der Brechstange in überdimensionierten Superlativen auf die Leserin ein. 

Serena wird Zeuge eines mysteriösen Ereignis, bei dem sie ihre beste Freundin verliert. Die ihr aber vorher anvertraut hat, dass ihr Freund sich in seiner Gestalt verwandeln kann. Das ist der Grund, warum Hunter, der böseste Arum des ganzen Universums, das Mädchen mitnimmt und bei sich zu Hause versteckt. Über die gesamte erste Hälfte bleiben Serena und Hunter in seinem Haus und außer triebgesteuerter Action passiert die ganze Zeit einfach nichts. 

Erst sehr viel später, so ab 70 % kommt dann etwas mehr Aufregung, und es gibt so ein bisschen Erklärung, was es mit Arum und Lux auf sich hat. Der Grund, warum Serena sich bei Hunter verstecken muss, wird schlichtweg einfach unter den Tisch gekehrt. Irgendwann dann denkt sich Serena, dass da doch was war – und klar – will auf eigene Faust gegen die gesamte Welt antreten. Sprich, die gesamte Story ist hauchdünn, oder irgendwie gar nicht existent. Der ganze Zauber aus Obsidian bleibt total aus. 

Keine Frage, die expliziten Stellen kann Jennifer L. Armentrout wirklich gut beschreiben und, wie gesagt, hätte ich ein reines Bumsbuch haben wollen, dann hätte es mir wahrscheinlich gefallen. Ansonsten überschlägt sich die Autorin immer wieder mit übertriebenen und überspitzen Gefühlsbeschreibungen, die sie dann auch sehr gerne sehr oft wiederholt. So oft die Wangen des Mädchens rot geworden sind, müsste das arme Ding schon an Couperose leiden. Das ist aber auch alles, was ich über den Schreibstil hier sagen kann. Es ist wenig überraschend, die Story einfach lahm, bzw. es gibt da ja eigentlich auch keine. Spannung also gleich null. Anstatt sich auch was Neues auszudenken landen wir mal wieder bei dem kleinen Paradiesvogel Luc, den wir ja auch schon aus der Obsidian-Reihe kennen. Schade. 

Da mir das Buch von Mira-Taschenbuch über Netgalley zur Verfügung gestellt wurde, hatte ich mich irgendwie verpflichtet gefühlt, es auch zu Ende zu lesen. Doch sobald ich dann Izara 4 von Julia Dippel in der Hand hielt, und sie mich von der ersten Seite an mitgerissen hat, möchte ich dieses Buch hier gar nicht mehr beenden. Es interessiert mich schlichtweg nicht, wie es endet. Deswegen breche ich es ab.

Meine Bewertungen
  • Coverbild
  • Buchlayout (eBook)
  • Idee / Plott
  • Emotionen / Protagonisten
  • Handlungsaufbau / Spannungsbogen
  • Szenerie / Setting
  • Sprache / Schreibstil
1

Kurzfassung

Es interessiert mich schlichtweg nicht, wie es endet. Deswegen breche ich es ab. Deswegen kann ich auch leider nur 1 Stern vergeben.


Jennifer L. Armentrout "Dunkelglanz - Obsession" © 2020 Mira Taschenbuch

Copyright: © 2020 Mira Taschenbuch, Jennifer L. Armentrout

Umschlaggestaltung: zero-media.net, München
Coverabbildung: AdriansK, VIPRESIONA / Shutterstock

» Autorenseite Jennifer l: Armentrout
» Autorenseite bei Amazon.de


  • Jennifer L. Armentrour (Autor)
  • kindle-Edition: 2116 KB (320 Seiten)
  • Verlag: Mira Taschenbuch (HarperCollins Germany) (31. januar 2020 )
  • ASIN: B07PNHBYGD
  • Genre: Erotik, New Adult


Veröffentlicht von

Nana Shar

Mit etwas über 40 Jahren auf dieser Welt lebe ich mit meiner Familie und einem Hund in Bayern. Am liebsten lese ich im Moment Romantasy, Jugendbücher, Fantasy, Young Adult und New Adult. Mir gefällt vor allem die Mischung aus Spannung und Romantik. » Alle Beiträge von Nana Shar

2 Gedanken zu „Abbruch: Dunkelglanz – Obsession“

  1. Wow, was für eine toll geschriebene Rezension!
    Musste sehr lachen, und werde mir das Buch sparen…
    Danke dennoch für das kurzweilige Leseerlebnis deiner Beschreibung!

    Stefanie

    1. Liebe Stefanie,

      vielen lieben Dank! Und es freut mich, dass dich meine Rezension erheitern konnte. Eigentlich wollte ich das gar nicht so als Verriss schreiben, aber es ist einfach aus mir heraus gesprudelt….
      Liebe Grüße Nana Shar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.