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Rezension: Rockstar Love – Ein Song für Alexis

Verzwicktes Gefühls-Ping-Pong in netter Lovestory

Cover: Poppy J. Anderson - "Ein Song für Alexis" © 2019 Poppy J. Anderson (Selfpublishing)
Cover: Poppy J. Anderson – „Ein Song für Alexis“ © 2019 Poppy J. Anderson (Selfpublishing)

Auf der Häppchenlesung der LBM hatte Poppy J. Anderson dieses Buch vorgestellt, welches uns am Ende der Veranstaltung noch mal für enorme Belustigung gesorgt hat. Und was für eine Überraschung, als dann ein wundersames Paket mit dem Buch bei mir eintrudelte! Vielen Dank liebe Poppy!

Coverbild

Das Cover ist nicht so meins. Ich mag ja Gesichter auf Covern grundsätzlich nicht so sehr. Das Konterfei des jungen Mannes hängt als abgewetztes Poster an einer weiß getünchten Ziegelwand, davor schwebt eine E-Gitarre und der Titel ist mit in einer Schrift im unteren Viertel gesetzt, die anmutet wie grobe Pinselstriche. Das Ganze soll den Charakter der Rockband widerspiegeln, zeigt aber wenig davon, dass es ein klassischer Liebesroman ist.

Handlung

Die schöne und erfolgreiche Sängerin Alexis Gardner ist am Pophimmel ein Superstar. Ihr makelloses Image unter dem Künstlernamen Ivy wird aber durch einen sehr blöden Ausrutscher getrübt und es droht ihr der Verlust ihres Plattenvertrags. Ihrem Manager bleibt nichts anderes übrig, als der Fangemeinde eine Farce vorzuspielen, in dem Alexis Ihren Ruf wieder herstellen soll. Sie soll eine glückliche Beziehung vorgaukeln. Aber ausgerechnet mit Taylor Sutter, der Jahre zuvor mit seiner Rockband “Spring Break” einen wahnsinnigen Erfolg hatte und nach seinem zweiten Soloalbum nicht mehr an seinem Erfolg anknüpfen konnte. Eigentlich ist er der perfekte Schwiegersohn, wenn da Alexis und er nicht schon eine Vorgeschichte hätten.

Buchlayout / eBook

Die Gestaltung des Taschenbuches ist recht schlicht. Die Kapitel werden mit ihren Ziffern eingeführt und die ersten Wörter immer in Versalien gesetzt. Die 406 Seiten werden in 22 Kapitel in angenehme Längen eingeteilt.

Idee / Plot

Grundsätzlich ist es ja immer spannend hinter die Kulissen der Stars und Sternchen zu blicken. Im Medienrummel sieht man ja nur die positiven, die Schokoladenseiten und denkt sich, wow, was für ein Leben! Das möchte ich auch! Dass aber diese Menschen auch mit gleichen Problemen zu kämpfen haben, wie wir Ottonormalverbraucher, kann man sich irgendwie schlecht vorstellen. Ja klar, diese Menschen haben Geld und Ruhm, und können sich (fast) alles leisten. Aber die wahre Liebe ist ja, wie man weiß, mit Geld nicht zu kaufen und Probleme und Ängste nicht mit Publicity weg zu zaubern. Dass eine Liebesgeschichte vor diesem Hintergrund eine bewegende und fesselnde Story verspricht, ist demnach nicht verwunderlich. Denn gerne möchte man als Normalo sagen können: “die sind ja auch nur Menschen und es geht ihnen im Grunde auch nicht anders als uns.”

Emotionen / Protagonisten

Alexis ist wahrscheinlich der typische Traum ein jeder amerikanischen Mutter, gepusht bis zum Umfallen, und auch gegenüber der talentlosen Schwester ein Leben lang bevorzugt. Trotzdem scheint Alexis auf dem Boden der Tatsachen geblieben zu sein. Sie verkörpert nicht nur die Unschuld, sie ist es auch, und ebenso ihrer Kunst so verbunden wie sie es auch nach außen trägt. Natürlich passiert auch solch einem Menschen ein faux-pas und ihre Kreativität leidet nun unter der schlechten Publicity.

Sie hat mir gut gefallen, denn sie versucht aus der Misere heraus zu kommen und ist nicht extrovertiert. Trotzdem ist Alexis durch ihre schlechte Erfahrung manchmal sehr paranoid und kann da nicht immer locker reagieren.

Dagegen ist Taylor Sutter der inbegriff des guten Menschen, des wahren Künstlers, der für seine Musik lebt. Nach seinem Erfolg mit der Band und seinem Misserfolg als Solokünstler versucht er sich aus eigener Kraft wieder ins Geschäft zu bringen und die Anerkennung zu erhalten, die er sich als Künstler erhofft.

Dennoch blieben mir beide Protas ein wenig zu flach und ich konnte mich nicht so in sie einfühlen obwohl die erotischen Szenen toll beschrieben waren.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Die Handlung baut sich linear auf. Zunächst erleben wir im Prolog einen kurzen Ausschnitt aus Taylors Karriere mit seiner Rock-Band “Spring Break” im Jahr 2002. Danach springen wir in die Gegenwart zu Alexis. Anfangs finde ich es ein bisschen verworren, weil man sich die einzelnen Puzzleteile ein bisschen zusammenreimen muss. Es kommt, wie es kommen muss, Alexis und Taylor harmonieren sogar sehr gut miteinander, meinen aber immer, dass der andere die Gefühle und Zuneigungsbekundungen der fotografierenden Meute vorspielt, um der Abmachung, Ivys Image zu retten, nachzukommen. Natürlich entstehen dabei auch prickelnde Momente, die aber auch zu Missverständnissen und einigen Konflikten führen. Das erzeugt ein ewigliches Hin und Her zwischen den beiden, bis man am liebsten irgendwann mal in die Seiten rufen möchte: “Jetzt sag’ doch endlich, was Du wirklich fühlst!”

Dennoch bleibt aber die Handlung insgesamt etwas vorhersehbar, der Spannungsbogen etwas zu seicht und der Konflikt war mir nicht dramatisch genug. Dafür hat es ordentlich geprickelt.

Szenerie / Setting

Poppy J. Anderson konnte mir sehr schön bildhaft die Umgebung beschreiben. Besonders gut gefallen hat mir natürlich der Besuch bei Taylors Eltern. Hier hat Poppy ihren ganzen humoristisch-sarkastische Ader austoben können. Und wer bei der Häppchenlesung dabei war, weiß, was ich meine…

Sprache / Schreibstil

Poppys Sprachstil begeistert mich immer wieder. Spritzig und frech und mit einer ordentlichen Portion Humor und vor allem Sarkasmus. Auch hier dürfen wir einiges davon erleben. Wir erleben die Geschichte aus der Multiperspektiven von Alexis und Taylor als personaler Erzähler im Präteritum. Insgesamt lässt sich das Buch flüssig und schnell lesen und macht richtig Spaß.

Meine Bewertungen
  • Coverbild
  • Buchlayout (eBook)
  • Idee / Plott
  • Emotionen / Protagonisten
  • Handlungsaufbau / Spannungsbogen
  • Szenerie / Setting
  • Sprache / Schreibstil
3.4

Kurzfassung

Ein verzwicktes Gefühls-Ping-Pong mit viel Humor und prickelnden Momenten aber für mich zu flachen Protagonisten und zu seichtem Spannungsverlauf. Ich hätte mir ein bisschen mehr Dramatik gewünscht.


Cover: Poppy J. Anderson - "Ein Song für Alexis" © 2019 Poppy J. Anderson (Selfpublishing)

Copyright: © 2019 Poppy J. Anderson

Umschlaggestaltung: Catrin Sommer rausch-gold.com

Unter Verwendung von © Jenn Werner
© AlexandrBognat – shutterstock.com
©Valentin Agapov – shutterstock.com
Model: Michael Pichler

» Autorenblog Poppy J. Anderson
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  • Poppy J. Anderson (Autor), Catrin Sommer (Illustration)
  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Selbstpublikation (Mai 2019)
  • ISBN: 978-1096386940
  • Genre: Frauenliteratur, Liebesroman
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren

Veröffentlicht von

Nana Shar

Mit etwas über 40 Jahren auf dieser Welt lebe ich mit meiner Familie und einem Hund in Bayern. Am liebsten lese ich im Moment Romantasy, Jugendbücher, Fantasy, Young Adult und New Adult. Mir gefällt vor allem die Mischung aus Spannung und Romantik. » Alle Beiträge von Nana Shar

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