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Rezension: Verbena – Hexenjagd (Band 1)

Durchaus spannend und interessante Entwicklung nach anfänglichen Schwierigkeiten

Ruth Anne Byrne "Verbena. Hexenjagd" ©2020 Fabulus Verlag
Ruth Anne Byrne „Verbena. Hexenjagd“ ©2020 Fabulus Verlag

Diese Buch erhielt ich vom Fabulus-Verlag, nach der Absage von der LBM2020. Eigentlich war ich vom Verlag her zu einem Bloggertreffen mit der Autorin auf der Buchmesse eingeladen. Umso mehr hat mich gefreut, dass mir der Fabulus Verlag mich überraschenderweise dieses Rezensionsexemplar zugesendet hat. Vielen dank noch mal! Ich hoffe, das Bloggertreffen holen wir bei der nächsten Messe nach!

Coverbild

Leider gefällt mir das Cover überhaupt nicht. Da kommt halt mein Gestalterinstinkt zum Vorschein. Der gesamte Bucheinband ist in einem moosigen Grün gehalten. Darauf ist als schwarzmonochromes Bild ein Gesicht eines Mädchens mit Dreadlocks zu erkennen, das ihr Kinn auf ihrer Hand abstützt. Darunter in einer krakeligen Handschrift steht der Titel und Untertitel. Darunter kann man den weißmonochromen Kopf eines Wieseltieres erkennen. Alles wirkt für mich sehr unausgereift und eher als Skizze oder Entwurf. Ich hätte dieses Cover niemals im Buchladen in die Hand genommen.

Handlung

Die junge Verbena lebt bei Alraune, um die Kunst des Heilens zu erlernen. Natürlich geht das nicht auch ohne magische HIlfsmittel. Aber Hexerei ist verpönt und verboten, und die Hüter machen Jagd auf alles, was mit Magie zu tun hat. Plötzlich wird ihr Leben in der einsamen Hütte durch den schwer verletzten, jungen Mann auf eine harte Probe gestellt, der zu den Heilerinnen gebracht wird. Da er erblindet ist, muss er länger als gewohnt bei den Frauen verweilen und Verbena muss sich seiner annehmen.

Buchlayout / Haptik

29 Kapitel teilen die 267 Seiten in angenehme Leseeinheiten ein. Jedes Kapitel wird mit einer Überschrift in ebenfalls einer krakeligen Schrift eingeführt, dabei kann das Kapitel auch mitten auf der Seite anfangen. Im Vorsatz findet man eine handgemalte Karte der Umgebung. Den Buchschnitt zieren gezeichnete Blätter – leider nicht Vervenne, was ich eigentlich erwartet hätte.

Idee / Plot

Hexenverfolgung ist nicht neu und gerade in mittelalterlichen Fantasyromanen (ob high oder low) ein gern verwendetes Thema. Dass die Kräuterkunde und Hexenkunst gerne miteinander verknüpft wird, kann ich auch gut nachvollziehen. Spannend aber fand ich die Entwicklung der Beziehung zwischen den Protagonisten und vor allem die Verbindung zu dem Wiesel.

Emotionen / Protagonisten

Verbena scheint mir ein vernünftiges und gewissenhaftes Mädchen zu sein, dass sich ihren Gefühlen aber ganz Finn, dem Platzhirsch des Dorfes, hingegeben hat. Doch die Gefühle werden durch den blinden Patienten, den sie nun betreuen muss, ordentlich durcheinander gewürfelt. Mir hat besonders gut die Verbindung zwischen Verbena und Malve, dem Marder gefallen, die auch sehr emotional ist. Aber sie muss die Verbindung mit Malve verstecken, denn nichts wäre schlimmer, als wenn der Verdacht aufkäme, sie hätte eine magische Gabe. 

“Auf meinem Knie spürte ich eine Tatze.
Ich strich über das weiche Fell, drückte seinen Körper sanft an mich.
Wie groß er geworden war!
Malve rieb seinen Kopf an meinen Hals.
Endlich wieder ganz! Rund und gut und geborgen.
Etwas fehlte noch. Die Innigkeit war fragil wie eine Seifenblase, die Verbindung noch nicht geheilt.”

Ruth Anne Byrne “Verbena. Hexenjagd” S. 144 (© 2020 Fabulus-Verlag)

Als dann der schwerverletzte Patient in das Haus kommt und immer klarer wird, dass Korvinus, Anführer der Hüter, mehr Stimmung gegen Hexen verbreitet, wird es nicht mehr so einfach, ihre Gabe zu verstecken. 

Finn ist der angesagte Junggeselle und zunächst scheint er auch ein richtig netter Kerl zu sein. Doch seine übertriebene und Eifersucht getriebene Reaktion lässt ihn schnell in der Sympathieskala sinken. 

Dafür schleicht sich Valerian langsam aber sicher in des Lesers Herz. Er hat eine sehr besonnene Art, ist aber geheimnisvoll und ständig auf der Hut. Irgendwas scheint er zu verbergen.

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Nach dem recht aufregenden Prolog geht es dann relativ seicht weiter. Wir lernen Verbena in ihrer Umgebung kenne und dürfen sie mit Alraune auch schon auf Streifzügen durch den Wald begleiten. Interessanter wird es eher vor allem deswegen, als Verbena und ihr Patient sich näherkommen. Schnell wird klar, dass Valerian viel mehr kann, aber damit auch Alraune und Verbena in Gefahr bringt. Das gab nochmal eine sehr schöne, interessante Wendung und konnte mich an der Geschichte halten. Aber dennoch bleibt der Spannungsbogen eher etwas seicht, in der Mitte und am Schluß wird es noch mal kurz etwas spannend. Es ist eher ein typischer erster Band einer Trilogie, der zunächst in die Welt einführt und die Zusammenhänge und Konflikte auf den Tisch bringt.

Szenerie / Setting

Das mittelalterliche Setting passt sehr gut zu der insgesamt düsteren Stimmung und der low Fantasy. Dabei befinden wir uns im deutschsprachigen Raum in einem fiktiven Dorf, was ich ganz passend finde. Die antiquierte Umgebung kann ich mir dabei trotzdem gut vorstellen, da mir die Autorin die Umgebung und die Lebensumstände sehr gut vermitteln konnte.

Sprache / Schreibstil

Anfangs hatte ich doch ziemliche Probleme mit dem antiquierten Sprachstil, der oft sehr hakelig daherkommt. Ruth Anne Byrne benutzt sehr kurze, aneinandergereihte Sätze, bei denen der Lesefluss manchmal ins Stocken kommt. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich an diesen Stil und man kann das Buch sehr gut lesen! Das hat mich dann doch recht überrascht. Interessant ist auch die für dieses Genre eher untypische Wahl der Ich-Perspektive


Meine Bewertungen
  • Coverbild
  • Buchlayout (eBook)
  • Idee / Plott
  • Emotionen / Protagonisten
  • Handlungsaufbau / Spannungsbogen
  • Szenerie / Setting
  • Sprache / Schreibstil
3.4

Kurzfassung

Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig aber durch interessante Charakterentwicklung konnte ich mich gut in das Buch einlesen und fand es durchaus sehr spannend. Da bin ich doch auf den nächsten Band sehr gespannt! Also, nicht vom Cover abschrecken lassen, eine durchweg gute Geschichte, die ich gerne gelesen habe!


Ruth Anne Byrne "Verbena. Hexenjagd" ©2020 Fabulus Verlag

Copyright: © 2020 Fabulus-Verlag

Umschlaggestaltung: Fabulus Verlag im Zusammenhang mit r² | röger & röttenbacher, büro für gestaltung, Leonberg

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  • Ruth Anne Byrne (Autor)
  • Gebundene Ausgabe: 270 Seiten
  • Verlag: Fabulus-Verlag (12.03.2020)
  • ISBN: 978-3944788876
  • Genre: Low Fantasy, Romantasy



Veröffentlicht von

Nana Shar

Mit etwas über 40 Jahren auf dieser Welt lebe ich mit meiner Familie und einem Hund in Bayern. Am liebsten lese ich im Moment Romantasy, Jugendbücher, Fantasy, Young Adult und New Adult. Mir gefällt vor allem die Mischung aus Spannung und Romantik. » Alle Beiträge von Nana Shar

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