Rezension: Diana & Matthew Trilogie

Rezension: Diana & Matthew Trilogie

Zu viel Nebenschauplätze und Personen verderben das Lesen

Covers Diana & Matthew Trilogie Copyright: BlanvaletIch weiß wirklich nicht, wie ich diese Trilogie rezensieren soll. Eigentlich ist die Story gut. Was mich wirklich stört, ist die abgehakte Stakkato-Sprache. Vielleicht liegt es aber auch an der Übersetzung. Oft musste ich Passagen 3x lesen, weil die Autorin wie eine Nähmaschine über Ereignisse hinwegfegt, so dass ich das Gefühl hatte, ich hätte aus Versehen ganze Zeilen übersprungen.

Was mich in diesen drei Büchern aber wirklich wahnsinnig gemacht hat, sind die unheimlich vielen Personen. Dauernd tauchen neue Namen auf, die sich teilweise gleich anhören. Die Bühne wimmelt vor lauter Figuren und man hat überhaupt keinen Überblick mehr. Ständig muss man sich fragen: „wer war das denn schon wieder?“ Und leider stimmt das Motto: Viele Köche verderben den Brei. Und keiner von den Personen hat wirklich Tiefe, ist greifbar.

Für die Figuren kann ich mich irgendwie nicht erwärmen. Die Protagonisten sind mir durch den oberflächlichen Schreibstil nicht wirklich greifbar. Gefühle werden nicht ausformuliert. Die einzigen Personen, die für mich Tiefe erhalten haben, waren Gallowglass und Jack.

Inzwischen kann ich diese Stories irgendwie nicht mehr lesen: das Liebespaar findet sich im ersten Drittel des ersten Buches und schwören sich gegenseitig blind durch alle Folgebände hindurch die ewige Treue und Liebe (schlonz). Nein, das ist einfach irgendwann zu blöde und langweilig. Das Leben ist nicht so, man kann sich seiner Liebe nie sicher sein.

Das 1. Buch fängt vielversprechend an. Man taucht langsam (aber zäh) in die Welt der Hexen, Vampire und Dämonen ein. Im 2. Buch stolpert Diana durch das elisabethanische Europa, aber wirklich was ereignen tut sich nichts, es war für mich das schwächste. Im 3. Buch beginnt die Geschichte erst durch das Auftauchen von Jack wieder Farbe zu gewinnen. Aber ein großes (Gefühls-)Finale bleibt aus. Es hat nicht „wusch“ gemacht, geflasht hat mich gar nichts – wenn ich mal dagegen an Regniers Pan denke.

Auch die erotischen Szenen passen überhaupt nicht, und wirken wie hineingepfriemelt, um der Leserin doch noch irgendeinen Genuss bescheren zu wollen. Aber ganz ehrlich: „er teilte das Fleisch“ – hört sich eher an als würde die Weihnachtsgans fachmännisch tranchiert werden.

Es ist viel zu viel: Die Geschichte um das Buch, die Alchemie, den Baum des Lebens, die ganzen Geheimbünde, die vielen vielen geheimen Existenzen von Matthew, die Kongregation, die verschiedenen Familienclans und dazu die ganzen Verwirrungen und Verzwickungen. Mir scheint, die Autorin wollte irgendwie alles in ein Buch packen und konnte sich nicht entscheiden etwas weg zu lassen. Dabei wird dann einfach alles irgendwie erwähnt, aber so oberflächlich und angerissen, dass der ganzen Trilogie einfach die Tiefe, der rote Faden – der alles zusammen hält – fehlt.

Das alles will nicht wirklich zusammenpassen. Hier wäre tatsächlich weniger mehr gewesen, auch wenn das dann weniger Seiten bedeutet hätte. Aber im Grunde quält man sich durch die elend langen Tatsachenberichte, mehr ist es nicht.


Covers Diana & Matthew Trilogie Copyright: Blanvalet
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Copyright: Blanvalet

» blanvalet (Verlagsgruppe Random House) Deborah Harkness

  • Deborah Harkness (Autor), Christoph Göhler (Übersetzung)

Die Seelen der Nacht

  • Fester Einband: 800 Seiten
  • Erschienen bei Blanvalet, 26.09.2011
  • ISBN 978-3-7645-0391-8
  • Genre: Fantasy

Wo die Nacht beginnt

  • Fester Einband: 800 Seiten
  • Erschienen bei Blanvalet, 18.03.2013
  • ISBN 978-3-7645-0467-0
  • Genre: Fantasy

Das Buch der Nacht

  • Fester Einband: 768 Seiten
  • Erschienen bei Blanvalet, 02.03.2015
  • ISBN 978-3-7645-0527-1
  • Genre: Fantasy

» Siehe meine Rezension auf lovelybooks.de

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