Buchrezension Bild: vecteezy by MoonStarer, Font: ShellaheraScriptDemo.otf by Ryan Prasetya (DaFont)

Rezension: Sister of the Moon – HexenschwesternSaga 2

Hoch emotional und handlungsreich mit vielen ergreifenden aber spannenden Zwischentönen

Marah Woolf "Sister of the Moon - HexenSchwesternSaga 2" © 2020 Marah Woolf in Selbstpublikation
Marah Woolf „Sister of the Moon – HexenSchwesternSaga 2“ © 2020 Marah Woolf in Selbstpublikation

Natürlich musste ich den 2. Band der HexenSchwesternSaga von Marah Woolf gleich nach der Veröffentlichung lesen. Und obwohl ich sehr viel privat um die Ohren habe, hat mich dieses Buch wieder von Anfang an total in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.

Da dies der zweite Band einer Trilogie ist, muss ich darauf hinweisen, dass ich wahrscheinlich Inhalte verrate, die im ersten Band vorkommen. Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte meine Rezension vielleicht nicht lesen, um sich nicht aus Versehen zu spoilern!

Coverbild

Wie sein Vorgänger ist das Cover des 2. Bandes auch wunderschön gestaltet. Diesmal wabert in der Mitte eine Wolke in einem Gelbton, darüber sind gelbe Blumen und viele weitere Details verstreut, so auch kleine silberne Monde und eine gelbe Schlange. Auch hier ist die Seitenansicht einer weiblichen Figur in einem sommerlichen gelben Kleid zu sehen. Die akkurat-geometrische Font des Buchtitels wirkt hier als sehr starker Kontrast zu den vielen weichen Formen im Hintergrund.

Handlung

Die drei Schwestern sind in Gefangenschaft bei dem Dämonenhochkönig Regulus an seinen Hof in Kerys gelandet. Eine Flucht aus Kerys ist unmöglich, da Vianne die Einzige ist, die nach Glamorgan gelangen kann. Regulus zwingt sie nach dem Zugang zu suchen, und Aarvand als ihr Aufpasser lässt sie keine Minute aus den Augen. Auch Maëlle und Aimée müssen ihre Fähigkeiten den Dämonen zur Verfügung stellen. Auf ihren Streifzügen durch die Burg entdeckt Vianne Geheimnisse und viele der Geschichten entpuppen sich als Lüge. Sie weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Und selbst ihre Liebe zu Ezra wird auf eine harte Probe gestellt.

Buchlayout / Haptik

Das gesamte Buch ist wie auch schon beim ersten Band wunderschön gestaltet. Unter der Schutzhülle versteckt sich der ganz in gelb gestaltete Buchdeckel, der die Rauchwolke vom Cover mit aufnimmt. Der Buchvorsatz vorne und hinten ist liebevoll mit filigranen Zeichnungen gestaltet. Jedes Kapitel wird mit der Zahl eingeleitet und wie die Seitenzahlen mit einer hübschen Zeichnung begleitet. Zwischen den Seiten finden wir 4 Zeichnungen jeweils einer Figur: Vianne, Maëlle, Aimee und Ezra. Und natürlich darf man das gelbe Lesebändchen nicht vergessen!

Die 480 Seiten werden in 23 Kapitel eingeteilt.

Idee / Plot

Verbündete werden zu Feinden und Feinde werden zu Verbündeten. Marah Woolf hat in diesem 2. Band geschickt alles über den Kopf geworfen und es ist nun alles wieder offen. Vianne und ihre Schwestern leben in Morada auf einem Pulverfass, wurden verraten und suchen nach einer Möglichkeit zu fliehen.

Besonders gefällt mir, dass Marah hier für mich eine wichtige Thematik unterstreicht: Niemand ist perfekt und jeder hat seine Fehler, und trotzdem ist es wert ihn zu lieben und zu ihm zu stehen. Auch wenn die Beziehung zwischen Ezra und Vianne sehr kontrovers diskutiert wird, ist sie für mich eine wichtige Säule in diesem Roman. Manchmal muss man sich gegen die Liebe und für ein größeres Ganzes entscheiden. Und trotzdem bleibt die Liebe immer ein Teil unseres Lebens und ein Antriebsfaktor für unser Tun und Handeln.

Emotionen / Protagonisten

Die Enttäuschung der drei Schwestern gegenüber Caleb ist wahrlich spürbar. Auch ich hätte Caleb und seinen Bruder Aarvand nicht nur an die Gurgel gehen wollen. Vianne, Maelle und Aimée halten zusammen und strudeln gerade ich ein Gefühlschaos. Von Caleb verraten können sie ihrer Gefühle nicht mehr sicher sein.

Aarvand ist der Feind, und Vianne auch nicht auf den Kopf gefallen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine für mich als Leserin natürlich herrlich amüsante Hassliebe. Die beiden schenken sich nichts! Aber trotzdem ist da eine deutliche Anziehung zwischen Vianne und Aarvand zu spüren, das in ein regelrechtes Funkensprühen übergeht.

Mir gefällt ihre Entwicklung super gut. War sie im ersten Buch noch die von der krankheit geschwächte Hexe, entwickelt sie in diesem Buch einen großen Tatendrang. Und trotzdem sehnt sie sich nach Ezras Nähe, Liebe und Zuversicht. Doch Ezra hat seine eigene Last zu tragen. Es tut mir unendlich Leid für die beiden, und ich kann Vianne in all ihren Entscheidungen und Gedanken absolut nachempfinden.

Ich hatte meinen Vater, meine Mutter, meine Großmutter und fast mein Leben verloren. Ich hatte mein Zuhause verloren und all diese Verluste überlebt. Selbst wenn ich Ezra verlor, würde ich es durchstehen. Irgendwie und irgendwann.”

Woolf, Marah “Sister of the Moon: Von Siegeln und Knochen (HexenSchwesterSaga 2)” S.261 (©2020 Marah Woolf, in Selbstpublikation, kindle Edition)

Und Caleb? Tja, der muss sich warm anziehen. Ich war so enttäuscht von ihm, wie konnte er das nur tun? Aimée straft ihn am Anfang zu recht mit Verachtung.

Und schon gar nicht der Caleb, der uns in Glamorgan das Leben gerettet und Aimée getragen hatte. Das hier war eine widerliche, zutiefst abscheuliche Version von dem Mann, dem ich noch vor ein paar Minuten bedenkenlos mein Leben und das meiner Schwestern anvertraut hätte.”

Woolf, Marah “Sister of the Moon: Von Siegeln und Knochen (HexenSchwesterSaga 2)” S.47 (©2020 Marah Woolf, in Selbstpublikation, kindle Edition)

Handlungsaufbau / Spannungsbogen

Der zweite Band geht direkt spannend da los, wo der Erste aufgehört hat. Die Schwestern wollen im Château Hilfe holen, doch leider kommen sie ganz woanders raus, als geplant.
Zunächst wird es erst wieder ruhiger, da wir uns erst mal auf der Burg zurecht finden müssen, aber Marah treibt die Handlung trotzdem immer spannend weiter. Wir erleben mit Vianne, Ezra und Aarvand nicht nur ein paar emotionale Höhepunkte, sondern auch einige actionreiche Spannungsmomente, bis es zum Schluß hin zu einem fulminanten Shwodown mündet. Das Ende ist für mich hochemotional und hat mir mein Herz mehrfach in kleine Stücke gerissen.

Ich war es so leid, dass andere über mein Schicksal bestimmten. Ich wollte selbst entscheiden, was ich brauchte, wonach ich mich sehnte. Leise keuchte ich an seinen Lippen.
»Ich denke, das reicht.« Aarvands Stimme hätte gelangweilt klingen können, wenn man das zornige Vibrieren überhörte, das mir mittlerweile viel zu vertraut war.”

Woolf, Marah “Sister of the Moon: Von Siegeln und Knochen (HexenSchwesterSaga 2)” S.342 (©2020 Marah Woolf, in Selbstpublikation, kindle Edition)

Szenerie / Setting

Diesmal entführt uns Marah in die Dämonenwelt Kerys und sie schafft es die düstere Stimmung in diesem Setting eindrucksvoll darzustellen. Es hat alles einen mittelalterlichen Touch, was ich aber absolut passend finde. Auch die Verknüpfung zur Artussaga und Merlin-Legende wird immer deutlicher und finde ich sehr gelungen.
Man merkt, dass die Protagonisten über 18 sind und das Setting dadurch “älter” ist.

Sprache / Schreibstil

Sprachlich haut mich Marah Woolf mal wieder komplett von den Socken. Sie beschreibt nicht ausschweifend, sondern direkt und fliegt durch die Geschichte. Sie lässt dem Leser keine Atempause und flechtet geschickt Sarkasmus in spannende Szenen. Immer wieder finden sich kleine ironische Spitzen.

»Kann ich das Wasser noch benutzen?«
»Du könntest um Frisches bitten.«
»Wasser«, murmelte er mit gerunzelter Stirn, aber nichts geschah.
»Du solltest vielleicht das Zauberwort einsetzen.«
»Ich kann nicht zaubern!«, fuhr er mich an und ich verdrehte die Augen.

Woolf, Marah “Sister of the Moon: Von Siegeln und Knochen (HexenSchwesterSaga 2)” S.289 (©2020 Marah Woolf, in Selbstpublikation, kindle Edition)

Sie schafft es, jeder Figur seinen eigenen Charakter einzuhauchen. Marah Woolf bleibt in diesem Buch der Perspektive als Ich-Erzähler aus Viannes Sicht treu, und trotzdem schafft sie es, jeder Figur seinen eigenen Charakter einzuhauchen, so dass jeder in seinem Tun und Gedanken greifbar und nachvollziehbar ist.

»Nichts, was uns weiter hilft.« Er klappte das Buch zu und stellte es zurück ins Regal, das nun viel aufgeräumter als vorher aussah.
»Was hast du gemacht? Die Bücher nach Autoren geordnet?«, zog ich ihn auf.
Er rieb mit der Hand seinen Nacken und wirkte fast ein bisschen verlegen. »Nach Größe.«”

Woolf, Marah “Sister of the Moon: Von Siegeln und Knochen (HexenSchwesterSaga 2)” S.291-292 (©2020 Marah Woolf, in Selbstpublikation, kindle Edition)

Meine Bewertungen
  • Cover
  • Buchlayout (eBook)
  • Idee / Plot
  • Handlungsaufbau / Spannungsbogen
  • Szenerie / Setting
  • Emotionen / Protagonisten
  • Sprache / Schreibstil
4.7

Kurzfassung

Obwohl “nur” ein Mittelband, ist dieses Buch so hoch emotional und handlungsreich mit vielen ergreifenden aber spannenden Zwischentönen. Ich habe gelacht und geweint, mitgefiebert und mitgelitten. Ich bin überwältigt – ich liebe es! Nach diesem absolut zerreißenden Cliffhanger muss ich erst mal eine Verschnaufpause einlegen.


Marah Woolf "Sister of the Moon - HexenSchwesternSaga 2" © 2020 Marah Woolf in Selbstpublikation
Marah Woolf „Sister of the Moon – HexenSchwesternSaga 2“ © 2020 Marah Woolf in Selbstpublikation

Copyright: © 2020 Marah Woolf
Umschlaggestaltung: Carolin Liepins

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  • Marah Woolf (Autor), Carolin Liepins (Illustration)
  • Erscheinungsdatum Erstausgabe: 22.09.2020
  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Veröffentlichung im Selbstpublikation (Nova MD)
  • ISBN: 978-3966984867
  • Genre: Romantasy

Veröffentlicht von

Nana Shar

Mit etwas über 40 Jahren auf dieser Welt lebe ich mit meiner Familie und einem Hund in Bayern. Am liebsten lese ich im Moment Romantasy, Jugendbücher, Fantasy, Young Adult und New Adult. Mir gefällt vor allem die Mischung aus Spannung und Romantik. » Alle Beiträge von Nana Shar

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