
Eine beeindruckende Familiensaga, die Geschichte und persönliche Schicksale miteinander verbindet. Besonders wertvoll, um das Marokko von heute besser verstehen zu können.
Eine großartige Geschichte, die für mich als Ehefrau eines Marokkaners unglaublich wichtig und interessant ist.
Ich begleite die Generation der Großeltern nach dem Zweiten Weltkrieg in Marokko. Die Elsässerin Mathilde geht mit Amin nach dem Krieg nach Marokko und erlebt dort regelrecht einen Clash of Cultures.
Besonders hervorzuheben ist, dass Slimani sich nicht mit langatmigen Ausschweifungen und Erklärungen über die damalige Zeit und Umgebung aufhält. Wer schon einmal in Marokko war, hat den Vorteil, sich vieles noch besser bildlich vorstellen zu können – und trotzdem ist die Geschichte besonders lesenswert.
Slimani lässt in dieser Familiensaga, die autobiografisch inspiriert ist, auch die zeitgeschichtlichen Ereignisse geschickt in die Geschichte einfließen. Dadurch erhalten wir als Leser einen geschichtlichen Abriss der gesamten Geschehnisse in Marokko – mit all seinen schönen, aber auch negativen Facetten: Rassismus, Kolonialismus, Entmachtung und Unterdrückung, aber auch Befreiung und Emanzipation.
Über das Buch (formally known as Klappentext)
Mathilde, eine junge Elsässerin, verliebt sich am Ende des Zweiten Weltkriegs in Amine Belhaj, einen marokkanischen Offizier im Dienst der französischen Armee. Die beiden heiraten und lassen sich in der Nähe von Meknès nieder, am Fuß des Atlas-Gebirges, auf einem abgelegenen Hof, den Amine von seinem Vater geerbt hat. Während er versucht, dem steinigen Boden einen kargen Ertrag abzutrotzen, zieht Mathilde die beiden Kinder groß. Voller Freiheitsdrang hatte sie den Aufbruch in ein neues, unbekanntes Leben gewagt und muss doch bald ernüchternde Erfahrungen machen: den alltäglichen Rassismus der französischen Kolonialgesellschaft, in der eine Ehe zwischen einem Araber und einer Französin nicht vorgesehen ist, die patriarchalischen Traditionen der Einheimischen, das Unverständnis des eigenen Mannes. Aber Mathilde gibt nicht auf. Sie kämpft um Anerkennung und ihr Leben im Land der Anderen.
Leïla Slimani „Das Land der Anderen“ ©2022 btb Verlag Penguinbuecher



