
Darauf hatte ich mal wieder Lust: einfach ein dickes Buch lesen, das nicht gerade gehypt wird, bei dem es einige Rätsel gibt und in das man sich einfach fallen lassen kann. Ohne Spice, ohne irgendeinen „Trope-Overflash“ … Und was ich bekommen habe, ist eine durchweg spannende Geschichte! Auch wenn ich am Anfang gedacht habe, dass ich es schade finde, dass Langdon schon alles über die Illuminati weiß – wir also nicht am Lösen der ersten Rätsel beteiligt sind –, hat sich die ganze Geschichte erstaunlich gut aufgebaut. Obwohl mir klar war, dass es einige Plottwists geben wird (und ich schon instinktiv wusste, wer der wirklich Böse sein wird), hat es mich durchweg gepackt, und ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen.
Aber was macht das Buch so besonders? Eigentlich nicht der Thriller selbst, nicht die Spannung, nicht die Rätsel des erleuchtenden Pfades, nicht die mysteriösen Illuminati oder der Gedanke, dass es diesen Geheimbund vielleicht immer noch geben könnte. Auch nicht der (für mich erzwungene und völlig überflüssige) sexistische Gewaltaspekt. Nein – vielmehr ist es die Frage nach „Was ist Gott? Wer ist Gott? Und wie zeigt sich Gott?“
Das ist letztlich eine hochphilosophische Fragestellung: die Auseinandersetzung zwischen der wissenschaftlichen Welt und der Religion, dem Glauben – hier verkörpert durch den Katholizismus als eine der einflussreichsten und mächtigsten Ausprägungen. Wo liegen die Unterschiede, und wo die Gemeinsamkeiten? Können Religion und Wissenschaft nicht nebeneinander existieren? Und warum gibt es überhaupt Religion – den Glauben an etwas „Darüber“?
Gleichzeitig wird deutlich, dass gerade diejenigen, die diese beiden Philosophien leben und repräsentieren, oft mit den härtesten Bandagen gegeneinander kämpfen – und das auch über Leichen hinweg –, während doch jeder für sich seine eigene Wahrheit beansprucht.


![[ᶜᵘʳʳᵉᶰᵗˡʸʳᵉᵃᵈᶤᶰᵍ] - Als Ehefrau eines Marokkaners, dessen Familie immer noch in Marokko lebt und wir fast jedes Jahr dort sind, ist diese Trilogie natürlich ein Muss für mich!
Und ich bin begeistert! Auch wenn ich aus Erzählungen von meinem Mann schon vieles wusste, die Geschichte von Marokko aus der Zeit seiner Großeltern hautnah mitzuerleben ist schon faszinierend. Dabei schreibt Leïla Slimani alles mit einer Leichtigkeit ohne große und plumpe Erklärungen für uns „Europäer“. Und zum Glück habe ich das Land Marokko und die Städte Fès und Meknes, in den letzten 25 Jahren besucht und kann mir alles ziemlich gut bildlich vorstellen, die Gerüche, die Farben, die Sprache, die Menschen, die Traditionen... Die krassen Gegenteile zwischen kargem Feld und der bunten und teilweise auch westlich orientierte Städte.
Band 2 steht schon in den Startlöchern.
» N.
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